Das Geld ist weg!

Es wäre schon sehr interessant zu wissen, wie viel Volksvermögen durch Schlamperei verloren geht.
Wir lesen gelegentlich, dass noch 13,4 Milliarden DM im Umlauf sein sollen, das sind 5,4 % des früheren Gesamtvolumens. Aber woher weiß man das? Wahrscheinlich hat man die Menge des Geldes, die einmal in DM vorhanden war, zur Grundlage genommen und dann die Beträge abgezogen, die in Euro umgetauscht wurden. Und dann hat man wohl angenommen, der Rest müsse noch vorhanden sein. Das ist aber nicht so. Sicherlich gibt es Leute, die Schwarzgeld aus der DM-Zeit gehortet haben und sich nicht getraut haben, dieses auf einmal umzutauschen. Und es wird auch ein paar Leute geben, die denken, die gute alte Mark sei sicherer als der Euro mit seinen Rettungsschirmen.
Aber es ist doch zu vermuten, dass der größte Teil der nicht umgetauschten DM verloren gegangen ist: Bei Hausbränden wird Geld vernichtet, in fremden Ländern wird Deutsche Mark weg geworfen, weil man sie für ungültig hält. Oder Geld wird versteckt und die Erben finden es nicht usw.

Und wie verhält es eigentlich mit den Bankvermögen? Wie viele alte Leute sind schlampig oder gar dement? Sie haben zwar Vermögen auf der Bank, aber die Unterlagen darüber haben sie irgendwie versiebt. Ich würde gerne wissen, wie viele Bankguthaben nie abgerufen werden und dann nach Ablauf der Verjährung den Geldinstituten zufallen. Aber so etwas erfährt man nicht.
Bisher hatte ich gedacht, dass die Banken sich mit den Erben in Verbindung setzen, um zu regeln, wie es weiter gehen soll. Dann aber hörte ich folgende Geschichte: Jemand hatte seine Tante beerbt und hat dann die fällige Erbschaftssteuererklärung abgegeben. Nach einiger Zeit wurde vom Finanzamt ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen ihn eingeleitet mit der Begründung, er habe ein Sparguthaben nicht angegeben. Er hatte aber gar keine Ahnung von diesem Guthaben, weil er das Sparbuch nicht im Nachlass vorgefunden hatte. Er bedankte sich höflich bei der Steuerfahndung dafür, dass sie ihm dieses Konto mitgeteilt habe. Ich fragte mich dann, warum er von dieser Behörde und nicht von der Bank benachrichtigt worden ist. Und nun frage ich mich weiter, wie viel Geld wohl bei den Banken herum liegt, bei dem sicher ist, dass sich diejenigen, denen es zustehen würde, nie melden. Einmal hat man einen Blick hinter die Kulissen der Banken werfen können, als die Frage aufgeworfen wurde, wie viel Geld jüdische Familien vor dem Holocaust bei schweizerischen Banken deponiert hatten.

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